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Loxone im Altbau nachrüsten – so geht es ohne Großbaustelle
Viele denken, Gebäudeautomation geht nur, wenn man ohnehin alle Wände aufmacht. Das stimmt nicht. Mit Loxone lässt sich auch ein altes Haus nach und nach smart machen.
Die Ausgangslage im Altbau
Im Neubau planen wir die Elektrik von Anfang an für Loxone: Jeder Taster, jede Leuchte und jeder Heizkreis hat ein eigenes Kabel zum Verteiler. Im Altbau sieht es anders aus. Die Leitungen sind vorhanden, aber nicht dafür gedacht, die Wände sind dick, und niemand will monatelang im Staub wohnen.
Loxone ist dafür gut geeignet, weil es zwei Wege kennt, die sich beliebig mischen lassen: Kabel und Funk.
Kabel, wo es geht: Loxone Tree
Tree ist die Kabelvariante. Ein einziges Kabel bringt Strom und Daten zu mehreren Geräten, zum Beispiel zu Tastern, Raumfühlern oder Bewegungsmeldern. Das Kabel wird von Gerät zu Gerät weitergeführt, deshalb braucht es deutlich weniger Leitungen als eine klassische Installation.
Tree lohnt sich überall dort, wo ohnehin gearbeitet wird: im Bad, das neu gemacht wird, in der Küche, beim neuen Boden mit Fußbodenheizung. Kabel sind zuverlässig, brauchen keine Batterien und halten Jahrzehnte.
Funk, wo es sein muss: Loxone Air
Air ist die Funkvariante. Taster, Fensterkontakte, Heizkörperstellantriebe oder Rauchmelder funken an den Miniserver, ganz ohne neue Leitung. Die Geräte mit Netzanschluss leiten die Signale untereinander weiter, dadurch reicht der Funk auch durch dicke Mauern.
Air ist die richtige Wahl, wenn eine Wand nicht aufgemacht werden soll, etwa im getäfelten Stubenraum oder bei Fresken. Der Nachteil: Batteriegeräte brauchen alle paar Jahre neue Batterien.
Was sich gut nachrüsten lässt
- Licht: Bestehende Schalter werden durch Taster ersetzt, die Lampen schaltet der Miniserver. Im Verteiler braucht es dafür Platz für die Aktoren.
- Heizung: Bei Heizkörpern tauschen wir die Thermostatköpfe gegen Stellantriebe mit Funk. Jeder Raum wird dann einzeln geregelt.
- Beschattung: Wo schon Motoren an Rollläden oder Raffstores sind, lassen sie sich meist direkt einbinden.
- Sicherheit: Fensterkontakte und Bewegungsmelder per Funk, Rauchmelder mit Weiterleitung aufs Handy.
- Energie: Eine bestehende PV-Anlage, Wärmepumpe oder Wallbox lässt sich bei den meisten gängigen Geräten einbinden, damit sie dann laufen, wenn die Sonne scheint.
Schritt für Schritt statt alles auf einmal
Im Altbau muss nicht alles in einem Zug passieren. Wichtig ist nur, dass am Anfang ein durchdachtes Konzept steht:
- Miniserver und Verteiler: Der Miniserver sitzt im Verteiler. Wir planen dort gleich genug Platz für spätere Erweiterungen ein.
- Die Räume, in denen ohnehin gearbeitet wird: Bad, Küche oder ein ausgebautes Dachgeschoss bekommen Tree-Verkabelung.
- Der Rest per Funk: Wohnräume, in denen nichts umgebaut wird, bekommen Air-Geräte.
- Später dazu: Beschattung, Musik oder eine Wallbox kommen dazu, wenn es passt, ohne dass das Bestehende neu gemacht werden muss.
Worauf Sie achten sollten
- Platz im Verteiler: Der alte Sicherungskasten ist oft zu klein. Ein neuer Verteiler ist oft ein größerer Posten, lohnt sich aber, weil er auch die Sicherheit der Elektrik verbessert.
- Internet ist kein Muss: Der Miniserver arbeitet im Haus. Licht, Heizung und Taster funktionieren auch ohne Internetverbindung.
- Dokumentation: Gerade im Altbau ist es wichtig, dass festgehalten wird, was wo verbaut ist. Sie bekommen von uns eine Dokumentation, mit der sich auch ein anderer Elektriker zurechtfindet.
Fazit
Ein altes Haus smart zu machen, ist kein Widerspruch. Mit Kabel dort, wo ohnehin umgebaut wird, und Funk dort, wo die Wand bleiben soll, entsteht ein System, das sich wie aus einem Guss bedienen lässt. Am besten schauen wir uns Ihr Haus gemeinsam an und planen, was sinnvoll ist und in welcher Reihenfolge.